Mein Lieblingsmaterial: Neon Farbe

Ich muss zugeben, in der Tube schaut sie sehr giftig aus: Fluoreszierende Farbe. Aber besonders in den Tönen Neon-Magenta und Neon-Orange liebe ich sie, nicht nur deswegen, weil sie mir nachts den Weg ins Bett beleuchtet. Sie ist wirklich universell einzusetzen und kann mehr, als es der erste Blick vermuten lässt. Also was kannst du damit so anstellen?

Stimmung und Licht
Mit Neon-Farbe kannst du in deine Bilder eine tolle Stimmung zaubern. Es ist praktisch so, als würdest du das Licht anschalten. Dabei kannst du entweder direkt mit den Farbtönen malen oder ähnliche Töne später mit einer dünnen Lasur überziehen. Besonders bei Rottönen hat das eine tolle Wirkung, denn Rottöne werden nach dem Trocknen häufig stumpf. Mit einer magentafarbenen Lasur bleibt das Rot brillant. Zudem bringt eine Lasur Tiefe ins Bild.

Aquarellfarbe fluoreszierend
Auch Neon-Aquarellfarbe ist im Fachhandel erhältlich. Gerade wenn ich mit dem Skizzenbuch unterwegs bin, nehme ich gerne die leuchtenden Näpfchen mit. Damit kann ich durch Mischen mit den herkömmlichen Farben eine große Vielfalt sonniger und frischer Töne erreichen. Und da ich farblich gerne weniger realistisch male sondern etwas übertreibe, freue ich mich sehr über die Entdeckung dieses Materials.

Neon-Ölpastellkreide
Auch fluoreszierende Ölkreide kannst du prima einsetzen zB. um Reflektionen oder Blitzlichter auf Flächen zu setzen. Neonfarbene Linien bringen Licht und Leichtigkeit in dein Bild. Auch bei etwas stumpfen oder zu dicht übermalten Strukturgründen kann du mit der Ölkreide die Oberfläche wieder beleben und eine neonfarbene Kreide bleibt dabei leuchtend.

Pigmente
Ganz toll in der Wirkung sind auch fluoreszierende Pigmente, die mit verschiedenen Bindemitteln zu verwenden sind. Mit Acrylemulsion (so ähnlich wie Acrylbinder, nur flüssiger und glänzender) ergibt es eine glänzende, leuchtende und durchscheinende Fläche, die im spannenden Kontrast zu rauen Strukturgründen stehen kann. Eingerieben in ein Kaltwachs wirken die Neon-Pigmente etwas matter als bei der Verwendung mit Acrylemulsion, aber dennoch transparent. Auch sie lässt die unteren Schichten durchschimmern.

Kombinationen mit anderen Farbklängen
Grundsätzlich passen die Neon-Farben zu allen Farbtönen. Besonders toll sind sie aber mit trüben und gebrochenen Farbklängen. Zum Beispiel mit Grau-Beige-Weiß Klängen entfaltet die Neon Farbe ihre volle Strahlkraft und bringt durch diesen Qualitätskontrast Spannung ins Bild.

Ebenso gut wirken diese Farben mit Rostelementen – auch wieder ein besonderer Qualitätskontrast. Verwenden kannst du entweder eine dünne Schicht Neon-Acrylfarbe, leichte Überzüge mit der Ölkreide, oder du kannst beim Anrühren der Eisengrundierung direkt das fluoreszierende Pigment mit in die Masse geben und dann erst oxidieren lassen. Daraus entstehen Rosttöne mit extremer Leuchtkraft.

Ich weiß, solche Materialtrends kommen und gehen. Aber häufig ist die Epoche, in dem ein Bild entsteht, auch an der Art der verwendeten Farbtöne zu erkennen. Ob die Neon-Farbe im Rückblick ein Meilenstein sein wird, glaube ich nicht. Aber es macht einfach Spaß damit zu arbeiten.

Vielleicht lässt du dich von meiner Vorliebe etwas anstecken?

Viel Freude bei allen Experimenten, lass Farbe fließen,

Angelika

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Scroll to top